Also...weiter mit dem Reisebericht! Kleine Erinnerung: der erste endete dort, wo ich das Flugzeug von Dublin nach Chicago O’hare betrat.
Wie schon letztens geschrieben betrat ich pünktlich um 12:50 das Flugzeug. Pünktlich heißt dabei „geplante Abflugzeit“. Joah...geplant entsprach hier irgendwie nicht der Realität. Wirklich los ging es nämlich erst gegen halb 2, also ne gute halbe Stunde später. Grund war, dass noch auf einen Fluggast gewartet werden musste, der dann nicht kam und erstmal sein Gepäckstück gesucht und aus dem Flugzeug geschafft werden musste.
Der Innenraum hatte sowas bei knapp 50 Reihen mit je 9/10 Sitzen; drei am rechten Fenster, drei am linken und vier in der Mitte (weiter hinten bei mir nur 3). Ich hatte einen Gangplatz in der Mitte erwischt..und glücklicherweise war der mittlere Sitz bei mir frei! Wohoo – keine Probleme mit dem Handgepäck! Das dachte sich auch mein Quasi-Sitznachbar und wir haben uns echt über diesen Zufall im sonst randvoll gefüllten Flugzeug gefreut. Er war übrigens Niederländer und mit seiner Family für 2 Wochen in den Staaten um der Nascar-Rennserie zu folgen (oder sowas...).
Zu unserer weiteren Freude sahen wir auch, dass JEDER Sitz in der Kopfstütze einen Monitor für den Hintermann hatte! Und was es da alles zu bieten gab: Filme (sogar neue wie der aktuelle Shrek!), Serien (z.b. Big Bang Theory, Two and a half man, Sex and the City), Musik und Musikvideos und sogar ein paar Spiele. Auch sehr informativ war auch ein Infobildschirm mit solchen Dingen wie Fluggeschwindigkeit, Flughöhe, Distanz bis zum Ziel, Zeit am Zielort und noch ein paar andere Daten.
Hier kam übrigens wieder unsere tolle Lage ins Spiel (2 Leute auf 3 Sitzen). Da in der Mitte niemand saß wurde der mittlere Monitor einfach für die Daten für uns beide benutzt und jeder konnte trotzdem seinen Film schauen etc. :D
Gegen 15:30 Dublin Zeit (also 16:30 in Deutschland) gabs dann „Mittagessen“..oder das, was man darunter im Flugzeug verstehen kann. Zum Futtern gabs einen Salatmix mit so ziemlich allen Variationen (Etwas Nudelsalat, etwas Kartoffelsalat und der Rest „konventioneller“ Salat) sowie Hühnchen, Gemüse und Kartoffelwürfel. Oh...und einen Cookie! War eigentlich ganz okay...
Danach wars für eine Stunde erstmal ruhig bis dann gegen 16:30 die Leuchten über uns angingen „Please fasten your seatbelt“ – „Bitte legen Sie Ihren Sicherheitsgurt an“. Turbulenzen! Geil! Ich hab mich echt gefreut wie ein kleines Kind bei einer McDonalds-Geburtstagsfeier. Klingt bestimmt irrational, aber egal. Es ging ein bisschen auf und ab, aber nach so zehn Minuten war der Spuk/Spaß auch schon vorbei und passierte weitere 3-4 Stunden nichts außer dass ich mir einige Serien angeschaut und viel Musik gehört habe.
Um 20:20 Dublin Zeit (Deutschland 21:20, Chicago 14:20) gabs dann wieder was zum Essen. Ist dann nun Abendessen oder Kaffee gewesen? Aufgrund der Zusammensetzung würd ich mal zu „Kaffee“ tendieren: Rosinenbrötchen (ganz schöner Klopper) mit Butter und Marmelade, dazu Kaffee oder Tee. Nix spektakuläres also.
Gegen 21 Uhr Dublin, 22 Uhr Deutschland und 15 Uhr Chicago Zeit haben wir dann zum Landeanflug angesetzt und pünktlich(!) um 15:10 war dann der Aufschlag..äh... das Aufsetzen der Maschine. Gottseidank gabs kein Applaus, find sowas schrecklich. Ab sofort werd ich übrigens in Chicago/US Zeit schreiben und nur manchmal Deutschland einstreuen – Ich bin 7 Stunden hinter euch; ist also nicht schwer zum Rechnen :D

Nachdem sich die Passagiere aus dem Flugzeug gequält hatten – das hat eeewig gedauert! – bin ich dann zum Baggage Claim (also zur Gepäckausgabe) gegangen. Und hab gewartet. Und gewartet. Es wurde langsam etwas lichter unter den anderen Wartenden und mein Gepäck war noch nicht da. Panik? Öhm...ja, ein wenig. Aber gerade wo es unaushaltbar wurde kam mein schwarzer Hartschalenkoffer zum Vorschein und mir fiel ein Stein vom Herzen. Danach noch fix zum Zoll, den es überhaupt nicht interessierte, dass ich Bier mit hatte (ähm...okay?!) und dann ging das Suchen los.
Und zwar nach Telefon, Bus und WiFi/Wlan. Telefon um Chris anzurufen, der mich in Milwaukee abholen sollte (dazu später mehr), Bus um nach Milwaukee erstmal irgendwie zu kommen... und WiFi/Wlan um mich bei Foursquare im Flughafen einzuchecken. „Bitte was?“ – mag sich mancher Fragen (u.a. meine Mum, die das hier ja auch liest...).
Kleiner Erklärungsversuch:
Foursquare.com ist eine Seite, wo man sich mit mobilen Geräten die eine Internetverbindung haben an den Orten, wo man ist – z.b. Flughafen, Supermarkt, Kino etc . etc. – „einchecken“ kann. Bringt meistens nicht viel, macht aber Spaß. Und manche Läden geben Rabatte, wenn man der Major – also der mit den meisten Check-Ins - dieses Ladens ist.
Ein Telefon hab ich dann relativ fix gefunden. Aber das akzeptierte nur Münzen. Ich hatte nur Scheine. Dolle Wurst. Also musste ich mir erstmal Münzgeld besorgen um Chris anzurufen. Gesagt... getan... und wieder zum Münztelefon zurück. Nach kurzem Warten ging er dann auch ans Telefon (Wohoo!) und nach ein paar Verständigungsproblemen wusste er auch, dass ich nun da bin und mich gleich zum Bus aufmache und er sich dann später in Bewegung setzen kann. Weiter kamen wir jedoch nicht, weil dann die Verbindung starb. Wie kann sie das nur tun?!
Ich war also wieder auf mich allein gestellt. Auf einem Flughafen der mir fremd war. In einem Land wo ich Ausländer war. Mit viel Gepäck. Ohne die leiseste Ahnung, wo der Bus ist. Doofe Situation, sehr doof. Aber kein Problem – wofür kann man Leute fragen? Das tat ich dann auch und kam nach einigen Hin und Her zum Busterminal mit dem Bus nach Milwaukee. Mittlerweile war es bereits 16:25 – ich hatte also eine knappe Stunde seit der Gepäckausgabe verbraucht. Wow!

Fix ein Ticket für 26 Dollar für die Fahrt gekauft und dann gings in den Bus... wobei mir eine junge Dame half, die zufälligerweise Deutsch konnte. Sie hatte in Darmstadt, München und Berlin studiert und konnte daher perfektes Deutsch – ein Segen! WiFi hatte ich sogar auch ganz kurz gefunden also war ich erstmal wieder rundum glücklich. Oh...wie wenig ich doch zu dieser Zeit wusste...
Um 16.45 Uhr Ortszeit bzw. 23:45 Uhr deutscher Zeit fuhr dann der Bus mit mir von Chicago nach Milwaukee ab...und hier endet auch der zweite Teil des Reiseberichts. Im dritten und letzten Teil erzähle ich euch dann über Polizisten, die ein Auge zudrücken, Taxifahrer, die verdammt unsicher fahren und über meine Großstadtsurvival-Skills!
Zum Abschluss noch ein paar Bilder von der Busreise..
Bis dann, Stefan :)
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