Moin mal wieder!
Letztes Wochenende war ich in Seattle und Tacoma, Washington um mal auch was anderes als nur Milwaukee zu sehen. Da meine allerliebste Mutter natürlich auch wissen wollte, was da denn nun alles passiert ist, verlangte sie eine umfassende Mail. Und da ich mir am Ende dachte "Hmm...das kannst du eigentlich auch im Blog schreiben" - ...tu ich das auch hiermit :)
Ich hab den Text nicht nochmal umgemodelt von daher seht es mir nach, wenn es manchmal seltsam klingt oder ich euch "anspreche". Bei Fragen einfach in die Comments schreiben oder per twitter.com/tassadarws anquatschen :D
Und los gehts!
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Ich empfehle dir Facebook aufzumachen und dort bei meinen Bildern die Seattle/Tacoma-Galerie zu öffnen weil ich mich da lose an den Bildern entlang hangeln werde.
Anmerkung...für diejenigen, die mich nicht bei Facebook drin haben ->
http://www.flickr.com/photos/tassadarws/sets/72157625011757094/
Am Donnerstag, 16.09., gings früh schon so gegen 6 los - Aufstehen (Flug ging um 10:29). Grausam, sag ich dir. Und wie du mich kennst hatte ich natürlich noch nicht gepackt. Aber alles kein Problem, ich brauch ja eh nicht viel. Wie sich später heraus stellte hatte ich sogar zuviel eingepackt. Naja, wissen wirs für die Zukunft,ne?
Gegen 7:30 hab ich mich dann mitsamt Reisetasche,Laptoprucksack und Umhängetasche zur Bushaltestelle begeben - die liegt gottseidank nur 50meter vom Wohnheim entfernt. Der Bus kam dann auch nur wenig später. Downtown - also in der Stadtmitte - musste ich dann einmal umsteigen und dann ging es weiter zum Flughafen. Hat insgesamt eine Stunde gedauert und ich kam wie vorher geplant um 8:30 am Flughafen Milwaukee an.
Dann gings erstmal zum Check-In (ich werd damit immer sicherer, hehe) und dann weiter zum Starbucks...Kaffee trinken. Ich hatte ja zwei ganze Stunden Zeit also hab ich mich danach gaaaanz langsam zur Kontrolle begeben und es mir danach im Wartebereich vorm Boarding-Schalter bequem gemacht. Der Flug ging dann auch pünktlich und ich hatte einen netten Gesprächspartner, der ständig um den Globus fliegt und mit dem ich mich über Eigenarten der Amis und Europäer sowie übers Studium unterhalten konnte.
11:15 war dann Landung in Chicago und um 12:20 ging mein Anschlussflug nach Seattle - also ein wenig Rennerei quer über alle Terminals damit ich pünktlich da bin. War natürlich überpünktlich weil das Boarding noch gar nicht angefangen hatte...typisch.
Auch hier ging der Flug pünktlich los und ich hatte eine ruhigen 4-stunden-Flug wo ich in Ruhe ein Buch lesen und ein wenig Musik hören konnte.
Gegen 14:48 war dann Landung in Seattle - und das erste was ich sah war ...Regen (Anm.: hier fangen die Bilder langsam an). Dazu sei gesagt, dass Washington (der Staat und nicht die Stadt!) seeehr sehr regenreich ist - wie ich auch die Folgetage sehen durfte.
Nachdem das Gepäck geholt wurde ging es dann per "Light Link Train" nach Downtown Seattle und von dort zum Hostel per Fuss - inklusive Zwischenstop bei McDoof weil ich am Verhungern war.
Das Hostel - aka Jugendherberge...klingt aber nicht so fetzig - ist echt super zentral gelegen und die Mitarbeiter sind super nett! Wurde dann in ein leeres 4-Betten-Zimmer gesteckt.
http://www.bohonus.com/hostel/ <- Unter diesem Link findest du eine Tour durchs Hostel. Unten gibts Bilder zu den Räumen...einfach drüber schweben lassen bis Zimmer 216 kommt. Das war meins.
Alle Zimmer sind von lokalen Künstlern verschönert wurden...also sieht jedes Zimmer anders aus. Finde ich echt super :D
Wenig später kam dann auch jemand neues rein, der auch in dem Zimmer schlafen sollte. Netter Amerikaner von der Ostküste. Sind dann später zusammen zum Flussufer (Seattle liegt nicht am Ozean sondern "nur" am Fluss...quasi wie Hamburg oder Bremen) und dann zum Sculpture Park. Das ist quasi ein offenes Gelände mit Kunstobjekten. War sehr interessant, aber auch teilweise skurril - wieso wird bitte eine Waschmaschine, ein Trockner und ein Fernseher im Gras als Kunst betrachtet? Ich versteh sowas nicht...aber naja.
Später ging es dann nochmal in die Stadt um was zum Essen zu finden. Nach eeewigem hin und her und rumgesuche haben wir uns dann für ein japanisches Nudelrestaurant (Noodle Ranch)entschieden. War sehr lecker und für nur 10€ auch sehr preiswert - ich bin dann am Samstag nochmal dahin gegangen :D
Im Zimmer sind wir dann auf zwei Neuzugänge gestoßen - diesmal ein Paar aus Russland. Waren echt nette Leute...dazu später mehr.
Nächster Tag: Freitag.
Freitag hab ich mich allein auf die Socken durch die Stadt gemacht. Erste Station war der "Pike Public Market" - ein offener Markt für alles mögliche mit drei Ebenen. Ebene 1 - die an der Oberfläche hat wechselnde Stände mit allerlei handgearbeiteten Dingen wie z.b. Steinmessern, Tagebüchern (die sahen echt super aus!!), Piccolo-Flöten und vielem mehr. Natürlich gabs auch Blumen en masse und Fisch.
Die beiden Ebenen darunter haben feste Geschäfte die auch alles mögliche von T-Shirts über Tabak für Shishas bis hin zu Souvenirs verkaufen.
Hier möchte ich eben anmerken, dass Seattle sowie Tacoma sehr sehr steile Städte sind. Was ich damit meine kann man auf manchen Bildern sehen...du hast den Fluss und dann gehts teilweise echt steil nach oben; quasi wie in San Francisco. Darum kann man auch von den zwei unteren Ebenen aufs Wasser schauen.
Danach bin ich dann weiter ziellos durch die Stadt gelaufen, hab Fotos geknipst und später ein japanisches Hot-Dog gegessen. Muss nicht nochmal sein, wenn ich ehrlich bin *schauder*
Später ging es dann noch hoch zur Space Needle - dieses große Dinge, was man laufend von Seattle sieht. Ich hab mir aber nicht das Vergnügen gegönnt hochzufahren...20Dollar sind dann doch ein bisschen happig! Stattdessen ging es etwas weiter entfernt mitm Bus einen Park hoch und ich hab von dort kostenlos Bilder gemacht. Und jetzt erzähl mir mal noch, dass ich nicht aufs Geld achte, ha! ;)
Dann wurde es aber auch schon langsam dunkel und ich ging wieder zum Hostel...
Samstag
Am Samstag ging es dann für mich nach Tacoma. Das ist eine etwas kleinere Stadt - Seattle hat übrigens sowas bei 650.000 Einwohner - südlich von Seattle. Wieso ich dahin gegangen bin? Jemand hat mir auf Twitter gesagt, dass es da ein tolles Glas-Museum gibt. Und da ich eh nix anderer vor hatte - bin ich da eben hingegangen.
Einziges Problem: Tacoma liegt ungefähr 45 Minuten entfernt.
Aber hey! Es gibt ja die Bahn...wenn auch nicht so ausgeklügelt wie in Deutschland. Hier nennt die sich Amtrak (gesprochen: Ähmträk) und verbindet alles großen Städte in den USA sowie die kleineren um diese größeren Städte herum. Sowas wie ne Haltestelle für Greppin gäbs da bestimmt nicht...
Hin und zurück hab ich dann 42Dollar - also rund 30Euro bezahlt. Der Preis geht eigentlich in Ordnung, würde ich meinen.
Angekommen in Tacoma hab ich mich dann irgendwie zum Museum gefunden nachdem ich erstmal 0 Plan hatte, wo ich bin und wo das Museum von mir ausgesehen war. Aber bin ja pfiffig und hatte mir vorher eine grobe Karte von Tacoma bei Google angeschaut - war also kein sooo großes Problem *harharhar*.
Das Museum an sich war echt schön - leider durfte man keine Bilder von drin machen...nur von draußen und vom Hochofen. Jaaa..die hatten einen Hochofen, wo sie live neue Kunstwerke aus Glas hergestellt haben - war schon echt cool. Ansonsten hatten sie zwei Bereiche: Einmal professionelle Glaskunst wo vieles nicht aussah wie Glas aber es scheinbar war - sehr imposant teilweise! - sowie eine Kindersektion. Nun mag man denken "Kindersektion...sowas langweiliges"...so wars aber nicht! Hierfür wurden Kinder von Besuchern zwischen 8 und 12 aufgefordert irgendetwas aus ihrer Fantasie auf ein Blatt Papier zu malen und es zu beschreiben. Danach wurde dieses Fantasiegebilde dann in echte Glaskunst umgewandelt...was sehr oft sehr skurril und immer sehr lustig aussah.
Wieder draußen hab ich dann noch ein Brautpaar gesehen - alle in schwarz, nur sie in weiß...sah umwerfend aus! - und hab mich noch von jemanden knipsen lassen :)
Da ich noch Zeit hatte bis mein Zug zurück ging hab ich mich dann umgeschaut was man denn noch machen könnte..und fand eine steile Straße. Wie ich ja schon sagte sind sowohl Seattle als auch Tacoma sehr steile Küstenstädte. Also hab ich mich einfach mal auf die Socken gemacht und bin die hundert Meter Höhenunterschied gelaufen (hört sich weniger an als es wirklich ist, glaub mir). Hat sich gelohnt weil man von dort oben eine wirklich tolle Aussicht auf Tacoma hat - siehe Bilder. Danach gings wieder runter und zum Bahnhof. Leider im strömenden Regen...aber naja, muss ich eben mit leben..
Allgemein das Wetter...schrecklich! Es hat abends/nachts immer in STRÖMEN geregnet und teilweise bei uns ins Zimmer rein weil es wohl ein Problem mit der Dachrinne gab. Haben es dann aber ganz gemacht und ruhe war - also top Service :)
Wieder zuhause war ich dann gegen 21 Uhr und was sah ich? Der eine Ostküstler war weg und dafür ein anderer Ami angekommen...diesmal aus Kalifornien. Sehr netter Kerl mit dem ich mich auch super verstanden habe. Eigentlich war der Plan dann auch, dass ich normal ins Bett gehe und dann am Sonntag - den Tag meiner Abreise - einen gaanz ruhigen Tag mache, nochmal zum Public Market gehe und später in Ruhe zum Flughafen fahre.
Naja...Pustekuchen
Wir haben dann zu viert - also die beiden Russen, der Ami und ich - über Globalisierung geredet und sind dann iiirgendwie zum zweiten Weltkrieg gekommen. Ohje, das war ein Pulverfass sondersgleichen! Alle drei wichtigen Parteien in einem Raum...und alle hatten was anderes in der Schule eingetrichtert bekommen. Das erstmal alles zu entknäulen war unglaublich schwierig aber auch aufschlussreich - im nachhinein bin ich froh, dass wir in der Konstellation darüber geredet haben. Und zwar wie zivilisierte Menschen - also ohne laut zu werden und ohne dass man dem anderen ins Wort fällt! :)
Das ganze hat sich dann bis so 3 Uhr frühs erstreckt wo es dann endlich ins Bett ging.
Sonntag:
Der Sonntag war mal ein schöner Tag (zumindest solange ich unterwegs war...danach hats wieder geschüttet) - Sonne pur!
Hab mich wieder durch den Markt bewegt, ein paar weitere tolle Dinge gesehen und bin dann wieder durch Seattle gestrolcht - ohne Ziel aber diesmal mit einer Karte. Unter anderen habe ich dann auch zufällig die "Seattle Gum Wall" gefunden. Stell dir einfach eine Wand in einer Gasse vor, wo jeder Passant seinen Kaugummi dranklebt. Joah...wenn das genug Leute machen hast du dann einen bunten Kaugummi-Teppich - sah sehr witzig aus (siehe Bilder).
Danach wusste ich nicht, was sonst noch zu tun wäre..und hab mal meine Karte zu Rate gezogen. Und was sehe ich da? Seattle Aquarium! Na, da gehen wir doch mal geschwind hin.
So passierte es dann auch und ich hab mir das Seattle Aquarium angeschaut - sehr schön gemacht und es gibt auch ein Becken wo man mal Seeigel, Seesterne und Anemonen anfassen darf! Hab dann noch später bei einer Fütterung in einer Unterwasserkoppel zugeschaut und bin dann wieder raus in den Sonnenschein.
Danach gings noch ein wenig am Ufer entlang und später mit dem Bus aus der Stadt raus weil ich mal noch ein schönes Bild von der Skyline haben wollte (vorletztes Bild).
Den Rest des Nachmittags/abends hab ich dann in der Lobby vom Hostel verbracht und bin dann gegen 20:30 in Richtung Flughafen aufgebrochen - der Flug ging 23:30.
Dort angekommen - natürlich wieder viel zu früh, aber das ist ja nix neues - hab ich mir dann einen leckeren Caramell Macchiato geholt und mich hingesetzt und gewartet. Leider hab ich dabei - weil ich ihn wohl ohne Strom zu lange benutzt habe - meinen Laptop geschrottet...also musste ich ihn MAL WIEDER neu aufsetzen. Dummes Ding! Aber ich hab kaum was verloren, von daher kein Problem.
Der Flug nach Chicago war diesmal auch - wieso auch immer - nur 3:15 Stunden lang und ich kam um 4:45 Ortszeit an. Blöderweise musste ich aber über 3 Stunden auf meinen Anschlussflug nach Milwaukee warten. Also neuen Kaffee und Frühstück bei McDoof geholt, hingesetzt und gewartet. Nebenbei hab ich dann noch mitbekommen, dass der Akku von meinem Handy den Geist aufgegeben hatte...na toll. Langsam hab ich mich dann auch aufgrund Schlafmangel in einen Zombie verwandelt...aber das hielt sich da noch in Grenzen.
Boarding nach Milwaukee lief ohne Probleme - wenn auch 15 Minuten verspätet und wir flogen kurz vor 8 Uhr los und kamen gegen 8:45 in Milwaukee an. Dann weiter zur Gepäckstation und gewartet.
Und gewartet. Und gewartet...auf einmal hört das Scheißding auf sich zu bewegen. Es kam nix mehr neues raus - und meine Tasche war noch nicht da.
Das ist nicht gut.
Bin dann zum Schalter und nach 1-2 Minuten kam dann die Aussage "Joah, ihr Gepäck liegt noch in Chicago". Mal ganz ehrlich...wie kann man es in 3 Stunden NICHT schaffen mein Gepäck vom einen Flugzeug zum anderen zu bringen? Unverständlich für mich..
Hab dann ein Formular ausgefüllt und bin nur mit Laptoprucksack + Umhängetasche nach Hause getrottet. Wieder eine Stunde mitm Bus zurück durch die Stadt. Die "Zombifizierung" schritt zusehends voran und ich bin kurz im Bus für 5 Minuten weggenickt.
"Zuhause" angekommen hab ich mich dann in mein Zimmer geschleppt und mich erstmal um meinen PC gekümmert...also Neuinstallation etc etc etc.
Wir haben es übrigens gerade Montag 11 Uhr (also...nicht >jetzt< wo ich das schreibe sondern an dem Tag...) und ich hatte seit dem Vortag 9 Uhr (+2 Stunden Zeitverschiebung) nicht mehr geschlafen. Dementsprechend müde war ich auch und hab mich für ne halbe Stunde aufs Bett gelegt. Danach gings es weiter ans aufsetzen des PC's.
Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre hatte ich natürlich auch noch Kurse von 15:30 bis 20:10. Tolle Wurst!
Also als Halb-Zombie zur Uni gedackelt und sich die erste Vorlesung, die erfrischend interessant war (Einführung, wie man das wirklich umfassende Recherche-System der Uni benutzt), angetan.
Danach gabs eine kleine Pause wo ich mir eine Banane und O-Saft geholt habe - das erste "essen" seit ich angekommen war.
Gleichzeitig bin ich dann schonmal langsam zur nächsten Vorlesung gegangen um pünktlich zu sein und "meinen" Platz zu bekommen.
Ich saß dann dort also als meine Gruppenmitglieder (es gibt halt zwei Gruppendinge in dem Kurs) rein kamen, auf mich zu liefen und mir einige Blätter in die Hand drückten.
Folgender Dialog entwickelte sich dann (frei vom englischen übersetzt).
Ich: Öhm...was ist das?
Typ1: Unsere Präsentation
Ich: Und was soll ich jetzt damit?
Typ2: Durchlesen.
Ich: Hm..okay *durchles*
Typ1 zu Typ2 und Typ3: Wir halten zuerst,oder?
Ich: Wie jetzt? Die müssen wir heute halten?!
Typ 1,2 und 3: Jaaaa...jetzt gleich!
Ich: Oh gott...das ist jetzt nicht euer ernst!
Alle 3: Doch, ist es...
Joah...ich durfte also eine Präsentation über ein mir unbekanntes Thema in englisch halten mit nur minimaler Vorbereitungszeit weil wir ja uuuunbedingt als erste Gruppe nach vorne wollten.
Ich habs aber - und das sage ich nicht ohne Stolz - sehr gut gemeistert und war interessanterweise der einzige, der das geschriebene improvisierend gesagt hat und nicht einfach abgelesen hat :)
Danach war ich dann erstmal mit Adrenalin vollgepumpt und hab die Vorlesung + nochmal so 3-4 Stunden danach durchgehalten, weiter den PC aufgesetzt und dann endlich nach...öhm... 40 Stunden wach sein das Bett aufgesucht.
Übrigens tauchte meine Reisetasche auch wieder auf und wurde am gleichen Tag zum Service Desk gebracht wo ich sie dann glücklich wieder in Empfang nehmen konnte...
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Ende von der Mail
Bis zum nächsten Mal ;)
Stefan